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Patrick Düver - Schiedsrichteraustausch mit Polen - Ein Erlebnisbericht
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Schiedsrichteraustausch Juni 2007 nach Posen Niedersächsischer Fußballverband - Polnischer Fußballverband Am 01. Juni 2007 traten mit Henning Eichhorst (Bezirk Hannover), Thorsten Bohmann (Bezirk Weser-Ems), Christian Szot (Bezirk Braunschweig) und Patrick Düver (Bezirk Lüneburg) vier junge Schiedsrichter des Talentkaders des Niedersächsischen Fußballverbandes zusammen mit Jens Goldmann eine Reise nach Polen an. Ziel dieser Reise war Poznan, zu deutsch Posen, die historische Hauptstadt der polnischen Provinz Großpolen, mit dessen Fußballverband der Niedersächsische Fußballverband seit mehreren Jahren einen Austausch betreibt. Höhepunkt des Austausches, der abwechselnd auf beiden Seiten stattfindet, sind Spielleitungen im jeweiligen Ausland in gemischten, deutsch-polnischen Gespannen. Sofern es anfängliche Bedenken im Vorfeld der Reise aufgrund von weit verbreiteten Vorurteilen gegeben haben mag, waren diese spätestens nach einem sehr freundlichen Empfang am Bahnhof Posens vergessen. Nachdem ich als Schüler am Morgen des 10. Mai 2007 noch vor Unterrichtsbeginn den höchst erfreulichen Anruf von Jens Goldmann erhielt, dass ich einer der vier Schiedsrichter sei, die am Austausch teilnehmen würden, reagierte ich selbstverständlich freudig überrascht.Ab diesem Punkt machte ich mir natürlich meine Gedanken, was alles auf mich auf einem ausländischen Fußballplatz zukommen könnte. Das beinhaltete Überlegungen über andere Anweisungen im Regelwerk oder das Nachschlagen des vermeintlich benötigten Fachvokabulars, denn die Kommunikation in Polen war, sofern man selbst der polnischen Sprache nicht mächtig war, auf Englisch vorgesehen gewesen. Als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, trafen wir uns am 01. Juni 2007 auf dem Hauptbahnhof Hannover beziehungsweise im Zug nach Berlin. Über Berlin reisten wir weiter nach Posen. Anfängliche Vorfreude zeigte sich in allen Gesichtern und hielt auch bis zum Schluss der Reise an. Wie schon erwähnt, wurden wir sehr nett von unseren polnischen Schiedsrichterkameraden auf dem Bahnhof in Posen empfangen und in ein sehr zentral gelegenes Hotel geleitet. Untergebracht in Doppelbettzimmern und nach einer kurzen Verschnaufpause, zeigten uns unsere polnischen Kameraden, allen voran Szymon Lizak, der uns in gutem Deutsch als Betreuer in allen Lebenslagen zur Verfügung stand, den Marktplatz Posens. Auf dem Marktplatz reihte sich Gastronomie an Gastronomie, sodass es uns ein leichtes war, ein passendes Restaurant zu finden, in dem wir uns mit ersten kulinarischen Höhepunkten auf dieser Reise stärkten. Ein sich anschließender Stadtrundgang führte uns über Plätze und Einkaufszentren zu einer kleinen Gastronomie mit Terrasse, auf der wir informelle Gespräche in gemütlicher Atmosphäre führten. Zudem kamen wir bald auf die Unterschiede der deutschen und polnischen Fußballregeln zu sprechen und stellten erste unterschiedliche Anweisungen der Fußballverbände im Wirken der Schiedsrichter und Schiedsrichterassistenten in Polen fest. Sobald ein Tor auf polnischen Fußballplätzen erzielt wurde und dabei ist es egal, ob der Ball die Torlinie knapp oder deutlich überschritten hat, gilt die Anweisung, dass der Schiedsrichter den Torerfolg mit einem Pfiff bestätigen muss. Sofern der Ball das Spielfeld über die Seitenauslinie verlässt, spielt es anders als in Deutschland keine Rolle, auf welcher Seite der Mittelinie er den Platz verlassen hat, denn der Assistent ist dazu angehalten, auf seiner gesamten Linie nicht nur den Zustand des „Aus-Seins“, sondern auch die Richtung des anschließenden Einwurfs anzuzeigen. Am Samstagmorgen standen die Spielleitungen auf dem Programm. Anstoß der A-Junioren-Partie MSP Szamotuly gegen Lech II Poznañ war 11:00 Uhr. Bei dieser Spielleitung war es mir zugedacht, Schiedsrichter Henning Eichhorst zusammen mit unserem polnischen Schiedsrichterkameraden Michael, der uns lobenswerter Weise die administrativen Aufgaben des polnischen Wettbewerbes abnahm und letzte Hinweise zu den Besonderheiten des polnischen Fußballs gab, zu assistieren. An dieser Stelle sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es diesen beiden Spitzenmannschaften der polnischen A-Junioren Meisterschaft sehr gut gelang, einen temporeichen Angriffsfußball zu spielen, der sicherlich seines gleichen sucht. Beide Teams spielten von Anfang an auf Sieg und hörten auch nicht bei einem vorübergehenden 2:0 Vorsprung damit auf. Zudem gelang es den Spielern hervorragend den Ball im Spiel zuhalten. Das andere Gespann um Thorsten Bohmann leitete die Partie Lech I Poznañ - Remes Promieñ Opalenica direkt in Posen. Nach überaus zufrieden stellenden Spielleitungen und positiven Kommentaren von Seiten der polnischen Spieler, Trainer, Betreuer und Zuschauer folgten für die Gespanne lehrreiche Spielanalysen und –Besprechungen. An die Spielleitungen schlossen sich zudem ein verspätetes Mittagessen am Samstagnachmittag in angenehmer Runde und ein noch späteres Abendessen an, auf dem vor dazu passender Kulisse die Gastgeschenke übergeben wurden. Für diese nochmals vielen Dank meinerseits. Die gemeinsamen Erinnerungsstücke werden sicherlich dazu beitragen, dass der Austausch für mich noch unvergesslicher bleibt. Am Samstagabend wurde uns die Gelegenheit geboten, das polnische Nachtleben kennen zu lernen, bei der wir wieder auf die eine oder andere Sehenswürdigkeit Polens aufmerksam wurden. Nach einer meist zu kurzen Nacht tauschten wir uns am Sonntagmorgen noch über die Erlebnisse der einzelnen Mitreisenden aus bevor wir uns per Bahn auf den Heimweg nach Deutschland machten. Letztlich konnten wir also auf einen sehr gelungen Austausch zurückblicken, der eine sehr gute Möglichkeit für junge Schiedsrichter darstellt, ihren Erfahrungshorizont gewinnbringend zu bereichern. Besonderer Dank gebührt an dieser Stelle den Verantwortlichen des polnischen Fußballverbandes, allen voran Szymon Lizak und den beiden polnischen Assistenten Michael und Pavel, sowie NFV-Präsident Karl Rothmund, Verbandsschiedsrichterobmann Wolfgang Mierswa und den Verantwortlichen des NFV-Schiedsrichtertalentkaders Bernd Domurat und Jens Goldmann. Patrick Düver |